Die "Schreistunde" — ein Name der es schlimmer klingt als es ist
Kurz gesagt: Was du beschreibst, ist die berühmte Schreistunde (englisch: "Witching Hour"). Sie ist extrem häufig, betrifft die Mehrheit aller Neugeborenen und geht VORBEI.
Warum passiert das abends?
- Reizüberflutung: Den ganzen Tag Eindrücke gesammelt → abends "platzt der Akku"
- Cortisol-Peak: Das Stresshormon hat seinen Tageshöhepunkt am Abend
- Melatonin noch unreif: Die Schlafhormon-Produktion funktioniert erst ab ca. 3 Monaten richtig
- Müdigkeit: Kumulierter Schlafmangel über den Tag
- Verdauung: Abends ist der Darm am aktivsten → Blähungen
Was helfen KANN (nicht alles bei jedem Baby)
- Pucken — die Begrenzung beruhigt überstimulierte Babys
- Weißes Rauschen — LAUT (65-70 dB), nicht leise im Hintergrund
- Fliegergriff — bäuchlings auf dem Unterarm
- Bewegung — rhythmisches Schaukeln, Hüpfball, Spaziergang im Kinderwagen
- Reizreduktion — Licht dimmen, kein TV, ruhige Stimme
- Haut-auf-Haut — Oberkörper frei, Baby auf nackte Brust
- Cluster-Feeding — Baby will abends oft alle 30-60 Min stillen → erlauben!
Zeitrahmen
- Beginn: Typisch ab Woche 2-3
- Peak: Woche 6 (die schlimmste Woche für die meisten)
- Besserung: Ab Woche 8-10
- Vorbei: Meist bis Monat 3-4
Was andere Mütter berichten
"Woche 6 war die Hölle. Woche 10 wurde es plötzlich besser. Jetzt mit 4 Monaten ist davon nichts mehr übrig."
"Der Hüpfball hat uns gerettet. Jeden Abend 45 Minuten hüpfen mit Baby auf dem Arm."
Wichtig für DICH
- Es ist NICHT deine Schuld
- Du machst nichts falsch
- Es geht vorbei
- Wenn du am Limit bist: Baby sicher ablegen, 5 Minuten den Raum verlassen, durchatmen
Diese Information ersetzt keinen ärztlichen Rat.