Das klingt nach Dreimonatskoliken — und du bist nicht allein!
Kurz gesagt: Beine anziehen, rotes Gesicht und stundenlanges Schreien am Abend bei einem 6 Wochen alten Baby — das ist das klassische Bild von Dreimonatskoliken. Die gute Nachricht: Es geht vorbei, meist bis zum 3.-4. Monat.
Was sind Dreimonatskoliken?
- Dreierregel: Mehr als 3 Stunden Schreien, an mehr als 3 Tagen/Woche, über mehr als 3 Wochen
- Betrifft ca. 20% aller Babys — du bist NICHT schuld!
- Die genaue Ursache ist bis heute nicht vollständig geklärt
- Wahrscheinlich eine Kombination aus unreifem Darm, Reizüberflutung und Regulationsschwierigkeiten
Was SOFORT hilft
- Fliegergriff — Baby bäuchlings auf deinem Unterarm, Kopf in der Armbeuge
- Warmes Kirschkernkissen auf den Bauch (nicht zu heiß! — am Handgelenk testen)
- Bauchmassage im Uhrzeigersinn, mit warmem Kümmelöl
- Pucken — die Begrenzung beruhigt viele Babys
- Weißes Rauschen — Fön, Dunstabzug, App (laut! 65-70 dB)
- Fahrrad-Übung — Beinchen sanft Richtung Bauch drücken und kreisen
Medizinische Optionen (nach Arzt-Rücksprache)
- Kümmelzäpfchen (Carum carvi) — pflanzlich, oft gut verträglich
- Simeticon-Tropfen (Sab Simplex, Lefax) — lösen Gasblasen auf
- Probiotika (L. reuteri) — Studien zeigen Wirksamkeit bei manchen Babys
- Osteopathie — kann bei geburtsbedingten Blockaden helfen
Wann zum Kinderarzt
- Bei Gewichtsverlust oder schlechter Zunahme
- Bei Blut im Stuhl oder starkem Erbrechen
- Wenn DU an deine Grenzen kommst — das ist KEIN Versagen!
Die wichtigste Botschaft
Es ist NICHT deine Schuld. Koliken sind keine Folge von falscher Ernährung oder schlechter Elternschaft. Wenn du an deine Grenzen kommst: Baby sicher ablegen, Raum verlassen, tief durchatmen. Und Hilfe holen — Schreibaby-Ambulanz, Hebamme, Familie.
Diese Information ersetzt keinen ärztlichen Rat.