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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keinen Arztbesuch. Bei Unsicherheiten kontaktiere deinen Kinderarzt oder deine Hebamme.

Dreimonatskoliken beim Baby

Die Dreimonatskoliken — auch Regulationsstörung genannt — folgen einem typischen Muster: Sie beginnen um die 2. Lebenswoche, erreichen ihren Höhepunkt um die 6. Woche und verschwinden meist wie von Zauberhand mit 3-4 Monaten. Diese Wochen sind für Eltern oft die härteste Zeit überhaupt. Du bist damit nicht allein.

Mögliche Ursachen

  • 1Unreifes Nervensystem — Baby kann Reize noch nicht filtern (Reizüberflutung am Abend)
  • 2Unreifer Verdauungstrakt: Darmbakterien-Besiedlung noch im Aufbau
  • 3Vermehrtes Luftschlucken beim Trinken (Aerophagie)
  • 4Mögliche Nahrungsmittelunverträglichkeit über die Muttermilch (Kuhmilchprotein, Koffein)
  • 5Tabakrauch-Exposition erhöht das Risiko nachweislich

Was du tun kannst

  • Pucken: Festes Einwickeln gibt Geborgenheit und reduziert den Moro-Reflex
  • Weißes Rauschen (Föhn, Staubsauger, App) — erinnert an Geräusche im Mutterleib
  • Fliegergriff: Baby bäuchlings auf den Unterarm legen, sanft wippen
  • Probiotika (Lactobacillus reuteri) — Studien zeigen Besserung bei gestillten Babys
  • Tragetuch oder Babytrage — Körperkontakt und Bewegung beruhigen

Wann zum Arzt?

  • Schreien geht über die 3er-Regel hinaus (mehr als 3 Stunden, mehr als 3 Tage/Woche, mehr als 3 Wochen)
  • Baby nimmt nicht zu oder verliert Gewicht
  • Erbrechen (nicht Spucken!) nach jeder Mahlzeit
  • Blut im Stuhl — Kuhmilchprotein-Allergie abklären
  • Elternteil fühlt sich am Limit → Schütteltrauma-Prävention: Baby sicher ablegen und Hilfe holen

Altersabhängige Hinweise

Woche 1-2: Koliken beginnen. Woche 6: Höhepunkt — das Schreien ist am intensivsten. Woche 8-10: Langsame Besserung beginnt. Monat 3-4: Bei 90% der Babys hört es auf. Wenn es über den 4. Monat hinausgeht, sollten andere Ursachen (Reflux, CMPA) abgeklärt werden. WICHTIG: Das Schreien ist NICHT deine Schuld. Du bist eine gute Mutter/ein guter Vater.

Häufige Fragen

Stimmt die 3er-Regel wirklich?
Die Wessel-Kriterien (3er-Regel) sind die klassische Definition: Ein Baby hat Koliken, wenn es mehr als 3 Stunden am Tag, an mehr als 3 Tagen pro Woche, über mehr als 3 Wochen schreit. Viele Experten finden die Regel heute aber zu starr — wenn DU das Gefühl hast, etwas stimmt nicht, ist das Grund genug für einen Arztbesuch.
Soll ich meine Ernährung umstellen beim Stillen?
Versuche probeweise 2 Wochen auf Kuhmilchprodukte zu verzichten — bei ca. 5-10% der Koliken-Babys ist eine CMPA die Ursache. Koffein, blähende Lebensmittel und stark gewürzte Speisen können ebenfalls eine Rolle spielen. Führe ein Ernährungstagebuch.
Was tun, wenn ich nicht mehr kann?
Das ist der wichtigste Rat: Wenn du am Limit bist, lege dein Baby sicher auf den Rücken ins Bettchen und verlasse den Raum. Atme durch. Ruf jemanden an — Partner, Eltern, Freunde, Hebamme, Schreiambulanz (findest du über deinen Kinderarzt). Ein schreiendes Baby sicher abzulegen ist IMMER besser als das Schütteln. NIEMALS ein Baby schütteln.
Helfen Entschäumer wie Sab simplex?
Sab simplex (Simeticon) löst Gasblasen im Darm auf und kann bei Blähungen helfen. Studien zeigen allerdings keinen sicheren Effekt bei Koliken. Einen Versuch ist es wert — es hat keine Nebenwirkungen. Probiotika (L. reuteri) haben eine bessere Studienlage.

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei Sorgen oder Unsicherheiten wende dich an deinen Kinderarzt, deine Hebamme oder rufe im Notfall die 112 an.