Frühgeburt — Wissen hilft gegen die Angst
Kurz gesagt: Eine Frühgeburt (vor SSW 37) betrifft ca. 8-10% aller Geburten. Die Überlebens- und Entwicklungschancen sind heute exzellent — besonders ab SSW 32. Hier erfährst du was dich erwartet.
Überlebensraten (Deutschland 2025)
Was passiert nach der Geburt?
Auf der Neonatologie (Frühchen-Station):
- Baby kommt in den Inkubator (Wärmebett) — reguliert Temperatur
- Monitoring: Herzfrequenz, Sauerstoff, Atmung überwacht
- Atemunterstützung wenn nötig (CPAP, selten Beatmung)
- Ernährung: Erst über Sonde, dann Stillen/Flasche schrittweise aufbauen
- Känguru-Pflege: Haut-auf-Haut so früh wie möglich — EXTREM wichtig für Frühchen!
Dauer im Krankenhaus
- Grobe Faustregel: Bis zum errechneten Termin im Krankenhaus
- SSW 34: Ca. 2-4 Wochen
- SSW 30: Ca. 6-8 Wochen
- SSW 28: Ca. 8-12 Wochen
- Entlassung wenn: Baby kann Temperatur halten, trinkt selbstständig, nimmt zu
Korrigiertes Alter
- Frühchen-Entwicklung wird nach dem korrigierten Alter beurteilt (ab errechnetem Termin)
- Baby geboren SSW 32 (8 Wochen zu früh) + 6 Monate alt = korrigiert 4 Monate
- Meilensteine (Drehen, Sitzen, etc.) am korrigierten Alter messen, NICHT am Geburtsdatum
- Korrektur gilt bis zum 2.-3. Lebensjahr
Für DICH als Mutter
- Schuldgefühle sind normal — aber eine Frühgeburt ist NICHT deine Schuld
- Bonding: Känguru-Pflege, Stimme, Geruch — auch im Inkubator
- Muttermilch abpumpen: Kolostrum ist GOLD für Frühchen (auch kleinste Mengen!)
- Psychologische Unterstützung: Viele Neonatologien haben Psychologen — nimm das Angebot an
- Selbsthilfegruppe: "Frühstart ins Leben" oder lokale Frühchen-Elterngruppen
Du bist stärker als du denkst. Und dein Baby auch.
Diese Information ersetzt keinen ärztlichen Rat.